Fachbeitrag
Website für Baubetriebe: Was den Aufwand bestimmt
5. März 2026 · Web

Die Frage kommt regelmäßig in dieser Form: Machen Sie auch eine Website für Baubetriebe? Die ehrliche Antwort ist, dass die Branche über den Aufwand fast nichts aussagt.
Eine Seite für einen Baubetrieb ist nicht deshalb aufwendig, weil sie für einen Baubetrieb ist.
Aufwendig wird sie, sobald jemand darin etwas pflegt, das kein Text ist.
Der Punkt, an dem aus Seiten eine Anwendung wird

Textseiten in fest vereinbarter Zahl, ein Kontaktformular, Impressum, fertig: Das ist ein Grundpaket, und die Arbeit liegt dort im Warten auf die Texte.
Sobald eine Anmeldung dazukommt, Rollen und Rechte, eine eigene Datenhaltung mit Erfassungsmasken, sieht die Rechnung anders aus. Ab hier wird jede Maske und jede Rechteabfrage einzeln gebaut und geprüft. Wie weit der Aufwand steigt, ergibt sich erst aus der Aufnahme.
In der Baubranche treiben drei Funktionen den Aufwand einer Website in die Höhe: Projekte mit Bildstrecken und Filter nach Gewerk, Stellenangebote mit Bewerbungsstrecke, ein geschützter Bereich für Pläne.
Keines davon ist Text, und jedes davon hat Rechte.
Die Projektliste braucht eine Pflegemaske, feste Bildgrößen, eine Sortierung und ein Feld, nach dem später gefiltert wird. Wer das Gewerk erst nachträglich einführt, sortiert alle Altprojekte noch einmal ein. Die Bewerbungsstrecke nimmt personenbezogene Daten entgegen und braucht deshalb festgelegte Empfänger, eine Aufbewahrung und eine Löschung. Der Planbereich braucht Konten, einen Weg, Zugänge wieder zu entziehen, und eine Antwort auf die Frage, welcher Stand gerade gilt.
Ab wann ein anderer Zuschnitt gilt

Ab einem gewissen Umfang ist das Ergebnis eine Anwendung, und dann gilt ein anderer Zuschnitt.
Eine Website hat Besucher und ein paar Leute, die Inhalte pflegen.
Eine Anwendung hat Benutzer, die den ganzen Tag darin sitzen, und die brauchen andere Masken, andere Prüfungen und ein anderes Tempo.
Der Übergang fällt selten auf, solange nur Funktionen ergänzt werden. Er zeigt sich daran, wie oft jemand die Seite öffnet: einmal im Quartal für eine Referenz oder täglich über Stunden für die eigentliche Arbeit.
Wer eine Anwendung als Website baut, merkt das an den Stellen, an denen es unangenehm wird: bei der Suche, bei der Rechtevergabe und bei jedem Feld, das nachträglich dazukommt.
Der erste Schritt kostet Geld, und er gehört Ihnen
Vor dem Bau steht eine Aufnahme.
Danach liegt schriftlich vor: ein Seitenplan mit allen Vorlagen, eine Funktionsliste mit je einer Zeile, was die Funktion tut und was sie nicht tut, ein Rollen- und Rechtemodell, ein Datenmodell für das, was die Website selbst verwaltet, und eine Aufwandsschätzung in Personentagen je Abschnitt.
Die Schätzung je Abschnitt hat einen Nebeneffekt: Wer sieht, was ein Abschnitt kostet, kann ihn streichen, bevor er gebaut wird.
Der Umfang der Aufnahme wird vorab schriftlich festgelegt, abgerechnet wird sie nach tatsächlichem Aufwand.
Geschätzt wird nach Erfahrung, von Fachleuten, die vergleichbare Abschnitte schon gebaut haben. Formale Rechenverfahren sind in der Forschung breit untersucht und zeigen keine durchgängig bessere Treffsicherheit.
Diese Unterlage gehört dem Kunden und bleibt verwendbar, auch wenn die Umsetzung woanders beauftragt wird.
Das ist ausdrücklich so gemeint.
Wer sie mehreren Anbietern vorlegt, bekommt zum ersten Mal vergleichbare Aussagen, und das ist mehr wert als jeder Nachlass.
Was auch bei einer aufwendigen Seite nicht dazugehört
Texte, Bilder und Videos.
Logo- und Markenentwicklung.
Shop, Zahlung und Warenwirtschaft.
Anbindung an ERP, CRM oder Buchhaltung.
Laufende Pflege, Aktualisierungen und Sicherungen.
Dazu ein Satz aus dem Grundpaket, der hier genauso gilt: Die Frist beginnt mit der vollständigen Textlieferung und nicht mit dem Auftrag.
Wer das für eine Absicherung hält, hat noch kein Websiteprojekt an den eigenen Texten scheitern sehen.
Was in die Anfrage gehört
Wer eine Website anfragt, sollte in die Anfrage schreiben, was auf der Seite gepflegt werden soll und wer das tun wird. Die Branche darf darin fehlen.
Also: welche Inhaltsarten es gibt, wer sie anlegt und wer sie freigibt, ob Außenstehende sich anmelden, welche Daten die Seite selbst speichert und wie lange sie sie behält, und wer im Betrieb die Zeit für die Pflege hat.
Drei Zeilen davon sagen über den Preis mehr aus als drei Seiten Beschreibung des Betriebs.
Und sie sagen dem Anbieter auch, wann er absagen sollte.
Quellen
Quellen zuletzt geprüft am 25. August 2026.
- Naming the Pain in Requirements Engineering: Contemporary Problems, Causes, and Effects in Practice, Empirical Software Engineering 2016, arXiv:1611.10288, eingereicht am 27. November 2016. Erhebung in „228 companies working in 10 countries in various domains“, geprüft wurden „21 problems derived from the literature with respect to their relevance and criticality“. Das ist der Beleg dafür, dass die Liste des zu Pflegenden über den Aufwand entscheidet: Die kritischen Probleme sitzen in der Anforderung und nicht im Gewerbe des Kunden. arxiv.org/abs/1611.10288
- A Systematic Review of Software Development Cost Estimation Studies, IEEE Transactions on Software Engineering, Vol. 33, Nr. 1, Januar 2007. Auswertung von „304 software cost estimation papers in 76 journals“. Das erklärt, warum die Aufnahme mit einer Schätzung in Personentagen endet: Die Schätzung durch Fachleute gehört zu den „most common used approaches by the software industry“, und formale Verfahren zeigen dagegen keine durchgängig bessere Treffsicherheit. bura.brunel.ac.uk, IEEE TSE 33(1), 2007
- Bundesdatenschutzgesetz: § 26 Datenverarbeitung für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses, herausgegeben vom Bundesministerium der Justiz. Das erklärt, warum die oben genannte Bewerbungsstrecke ein Rechtekonzept braucht: Beschäftigtendaten dürfen nur verarbeitet werden, „wenn dies für die Entscheidung über die Begründung eines Beschäftigungsverhältnisses“ erforderlich ist. gesetze-im-internet.de, § 26 BDSG
Die genannten Funktionsbeispiele beschreiben den Leistungszuschnitt von phi ec und beruhen nicht auf einer Erhebung. Kundennamen werden dazu nicht genannt.
- Angebot
- Aufwendige Websites, nach Aufwand
- Satz
- 90 € netto je Stunde, 720 € je Personentag
- Erster Schritt
- Aufnahme mit Aufwandsschätzung, höchstens 3 Personentage
- Größenordnung Bau
- 15 bis 40 Personentage. Eine Größenordnung, kein Angebot
- Kontakt
- phi ec
info@phiec.de
Erst der Seitenplan, dann der Preis.
Schreiben Sie auf, was auf der Seite gepflegt werden soll. Daraus wird eine Aufwandsschätzung, die Sie behalten.